Sie möchten Ihren Gepäckfuhrpark, Vorfeldfahrzeuge oder Shuttlebusse auf Wasserstoff umstellen? Wir versorgen wasserstoffbetriebene Einheiten – etwa Gepäckschlepper und Spezialfahrzeuge – zuverlässig und flexibel, auch direkt am Einsatzort.
Ob Überstrompanel als temporäre Tanklösung oder Planung und Errichtung stationärer Wasserstofftankstellen am Flughafen: Wir entwickeln sichere, skalierbare Infrastruktur- und Versorgungskonzepte für einen emissionsarmen Flugbetrieb am Boden.
Referenz Flughafen



Wasserstoffmobilität am Flughafen Hamburg – Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur für den Flughafenbetrieb
Der Flughafen Hamburg ist der größte internationale Verkehrsflughafen in Norddeutschland und der fünftgrößte Flughafen Deutschlands. Als bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Norden gewährleistet er mit mehr als 15.000 Beschäftigten am Standort die sichere und effiziente Abfertigung von jährlich über 14 Millionen Passagieren. Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt der Flughafen Hamburg das ambitionierte Ziel, die Treibhausgas-Emissionen des Flughafenbetriebs bis 2035 auf null zu reduzieren. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die schrittweise Umstellung der bodengebundenen Fahrzeugflotte auf emissionsarme und emissionsfreie Antriebstechnologien. Neben batterieelektrischen und CNG-basierten Fahrzeugen spielt dabei insbesondere Wasserstoffmobilität eine wichtige Rolle – vor allem für Anwendungen im Schwerlast- und Logistikbereich, bei denen hohe Verfügbarkeiten und kurze Betankungszeiten entscheidend sind.
Erprobung von Wasserstofffahrzeugen im Flughafenbetrieb
Um die Praxistauglichkeit wasserstoffbetriebener Fahrzeuge unter realen Bedingungen zu untersuchen, startete der Flughafen Hamburg ein umfangreiches Erprobungsprogramm. Ein erster Schwerpunkt lag auf der Integration wasserstoffbetriebener Gepäckabfertigungsfahrzeuge in den laufenden Flughafenbetrieb.
In der ersten Projektphase wurde ein wasserstoffbetriebener Gepäckschlepper als Prototyp in die bestehende Fahrzeugflotte aufgenommen. Ziel der Erprobung ist es, technische Funktionalität, Verbrauchswerte, Betriebssicherheit sowie die wirtschaftliche Machbarkeit einer breiteren Einführung von Wasserstofffahrzeugen zu bewerten. Die Testphase wurde bewusst während der verkehrsintensiven Sommermonate durchgeführt, um die Fahrzeuge unter möglichst realistischen Belastungen im täglichen Flughafenbetrieb zu prüfen.
Aktuell sind rund 60 Gepäckschlepper am Hamburg Airport im Einsatz. Die Erprobung eines wasserstoffbetriebenen Fahrzeugs zeigt, wie bestehende Flotten durch alternative Antriebskonzepte weiterentwickelt und langfristig klimafreundlicher betrieben werden können.
„Mit diesem Test schließen wir die Lücke zwischen Theorie und Praxis. Die Umrüstung bestehender Fahrzeuge bietet einen realistischen und skalierbaren Weg, unsere Bodendienste weiter Schritt für Schritt CO₂-frei aufzustellen – ein entscheidender Baustein unserer Klimastrategie“, erklärt Julian Klaaßen, Projektleiter NET ZERO 2035 am Hamburg Airport.
Flexible Wasserstoffversorgung durch FPS.Energy
Für die Versorgung der Wasserstofffahrzeuge stellte die FPS.Energy GmbH – ehemals Ryze Power GmbH – eine flexible Betankungslösung bereit. Das Unternehmen entwickelte und installierte hierfür ein mobiles Betankungspanel und gewährleistete die zuverlässige Versorgung mit Wasserstoff in Brennstoffzellenqualität über Tube-Trailer direkt bis in den Sicherheitsbereich des Flughafens.
Die bereitgestellte Infrastruktur ermöglicht derzeit täglich ein bis fünf Betankungsvorgänge bei einem Druckniveau von 350 bar. Je nach Einsatzprofil können dabei jeweils zwischen 15 und 40 Kilogramm Wasserstoff bereitgestellt werden. Die Lösung schafft damit eine zuverlässige Schnittstelle zwischen mobiler Übergangsinfrastruktur und einer späteren stationären Wasserstoffversorgung.
Ein besonderer Vorteil der Lösung liegt in ihrer Flexibilität: Die mobile Infrastruktur kann an den aktuellen Bedarf angepasst und ohne umfangreiche bauliche Maßnahmen eingesetzt werden. Damit eignet sie sich insbesondere für die Erprobungs- und Hochlaufphase neuer Wasserstoffanwendungen im anspruchsvollen Umfeld eines internationalen Flughafens.
Perspektive: Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen Hamburg
Nach den positiven Erfahrungen aus der ersten Projektphase ist eine deutliche Erweiterung der wasserstoffbetriebenen Fahrzeugflotte geplant. Für diesen nächsten Entwicklungsschritt soll die temporäre Betankungslösung perspektivisch durch eine dauerhafte Wasserstofftankstelle (Hydrogen Refueling Station, HRS) ersetzt werden.
FPS.Energy plant hierfür den Aufbau einer containerbasierten Wasserstofftankstelle am Flughafen Hamburg. Diese Lösung verbindet die Vorteile einer festen Betankungsanlage mit der Flexibilität einer modularen Infrastruktur. Die Versorgung soll zunächst über Wasserstoffanlieferungen per Lkw erfolgen; eine spätere Integration in eine stationäre Wasserstoffinfrastruktur bleibt möglich.
Damit entsteht ein skalierbares Versorgungskonzept, das mit dem wachsenden Bedarf des Flughafens mitwachsen kann und eine Grundlage für den weiteren Ausbau wasserstoffbetriebener Fahrzeuge schafft.
Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie für die Bodenabfertigung
Der aktuelle Testbetrieb baut auf früheren Wasserstoffprojekten des Flughafens Hamburg auf. Bereits 2019 war der Flughafen gemeinsam mit Partnern an der Entwicklung eines ersten wasserstoffbasierten Gepäckschleppers beteiligt. Dieses Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb wurde anschließend unter anderem an internationalen Forschungs- und Flughafenstandorten wie dem Flughafen Bristol, der Cranfield University und dem Flughafen Riga unter verschiedenen klimatischen Bedingungen getestet.
Die aktuelle Erprobung geht einen weiteren Schritt: Erstmals wird ein Wasserstoff-Verbrennungsmotor in ein bereits im operativen Betrieb eingesetztes Serienfahrzeug integriert. Dabei kombiniert HTM einen Wasserstoffverbrennungsmotor mit einem elektrischen Antriebssystem. Das Fahrzeug wird ausschließlich mit Wasserstoff betrieben und zeigt damit einen möglichen Weg zur nachhaltigen Umrüstung bestehender Fahrzeugflotten.
„Der Test ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer fossilfreien Bodenabfertigung. Durch die Umrüstung eines vorhandenen Fahrzeugs zeigen wir, wie sich nachhaltige Lösungen konkret in bestehende Flughafenprozesse integrieren lassen“, erklärt Silas Hofmann, CTO und Mitgründer von HTM.
Die technische und wirtschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt unter anderem im Rahmen des Energiewende-Verbundprojekts Norddeutsches Reallabor (NRL), in dem Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen für eine klimaneutrale Energieversorgung entwickeln.
Beitrag zur Dekarbonisierung des Flughafenbetriebs
Mit der Erprobung wasserstoffbetriebener Fahrzeuge und dem Aufbau einer flexiblen Wasserstoffinfrastruktur leistet der Flughafen Hamburg einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung seiner Bodenprozesse. FPS.Energy unterstützt diesen Transformationsprozess mit maßgeschneiderten Versorgungslösungen und ermöglicht den sicheren und zuverlässigen Einsatz von Wasserstoff im anspruchsvollen Umfeld eines internationalen Flughafens.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Wasserstofftechnologien Schritt für Schritt aus der Entwicklungsphase in den praktischen Betrieb überführt werden können – und wie bestehende Fahrzeugflotten durch innovative Lösungen auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Flughafenbetrieb weiterentwickelt werden.